1/6/2009
Reportage vom Konzert von Anne-Sophie Mutter mit Kurt Masur und Dresdner Philharmonie
Anne-Sophie Mutter gilt bereits viele Jahre als Königin der internationalen Violinenkunst. Und der völlig ausverkaufte Smetana-Saal konnte sich davon überzeugen, dass dem wirklich so ist.
Virtuosität, ein wundervoller Ton und die mitreißende künstlerische Auffassung von Mendelssohns Violinkonzert e-Moll müssen einfach jeden fasziniert haben. Sympathisch war, dass sie nicht versuchte, dem Stück äußerliche Effekte zu verleihen, die ganze Zeit über konzentrierte sie sich ausschließlich auf die Musik. Eine völlig einzigartige Atmosphäre hatte auch die Zugabe aus Bachs Partita für Solo-Violine d-Moll – der Smetana-Saal des Obecní dům schien einige Minuten lang kaum zu atmen.
Der zweiundachtzigjährige Dirigent Kurt Masur hat zu Prag eine langjährige Beziehung, die er auch als Verpflichtung sieht – wie er wiederholt bemerkte, eröffnete ihm der Prager Frühling in der Zeit des Eisernen Vorhangs die musikalische Welt, und er hat dies auch nach den Jahren im internationalen Rampenlicht nicht vergessen.
Seine Interpretation von Dvořáks Symphonie „Aus der Neuen Welt“ reifte in den Jahren, in denen er Chefdirigent der New Yorker Philharmonie war. „Ich fühlte mich in Amerika weit fern der Heimat, ähnlich wie Dvořák, und auch ich musste mich stets neuen Prüfungen unterziehen“, sagte der Dirigent auf der Pressekonferenz. Auch war dies der Grund dafür, weshalb er heute diese Symphonie viel dramatischer erlebt, wenngleich er sie in einem langsameren „würdigen“ Tempo spielen ließ. Seiner Interpretation hat es ganz sicher auch nicht an Herzlichkeit und Wärme gefehlt. Als Zugabe spielte die Dresdner Philharmonie unter seiner Leitung noch den langsamen Slawischen Tanz Nr. 2 e-Moll. Es war ein Konzert, das man nicht vergisst.

























